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Woran scheitern Projekte?

Artikel vom 14. Juni 2010

Wann und vor allem warum scheitern Projekte denn wirklich? Das sind meist nicht mehr so klar zu beantwortende Frage, vor allem in Zeiten, in denen die Komplexität von Projekten und Projektumwelten eine exakte Planung und eine einfache Ursachenforschung und “Schuldzuweisung” meist unmöglich macht. Die Ursachen für das Scheitern lassen sich auch nicht pauschal und nach Lehrbuch über alle Projekte drüber stülpen. Jetzt haben auch die Blogger von imgriff.com zum Thema gebloggt. Warum Projekte ständig scheitern heißt ihr Artikel und liefert zumindest 25 Antworten nachvollziehbare Antworten, die wir gut aus der Praxis kennen. 

Klassische Gründe

Es gibt also offensichtlich ein paar typische Projektbaustellen, die immer wieder einmal zum Scheitern von Projekten beitragen. Häufig happerts an der Kommunikation wird gesagt. Dahinter verbirgt sich jedoch viel mehr. Denn Kommunikation ist aus meiner Sicht immer nur die leicht benennbare Spitze des Eisberges. Darunter verbergen sich dann gerne doch ein paar wirkliche Baustellen: eine fehlende Projektkultur, negative Haltungen und Einstellung, fehlender Sinn, mangelnde Führung und Leadership.

Stefan Haagen hat im PM-Blog nach den häufigsten Scheitergründen gefragt. Auch dort liegt mangelnde oder schlechte Kommunikation an erster Stelle, gefolgt der mangelhafter Projektvorbereitung bzw. Planung, mangelnder Ressourcenverfügbarkeit, zu optimistische Annahmen und unklarer Rollenverteilung.
Alles Klassiker, wen wunderts. Doch eines wird auf alle Fälle klar, all diese Scheitergründe sind in sich schon sehr komplex und vielschichtig. Die Vorstellung, man könnte ganz einfach einen Hauptfaktor identifizieren oder man könnte an einem Rädchen drehen, und schon ist das ganze Projekt im Lot, gehören der Vergangenheit an. 

Zeit für Reflexion

Doch was bedeutet das jetzt für die Praxis von Projekten und für das Projektmanagement? Was bedeutet es, wenn Projekte so komplex geworden sind, dass wir mit einfachen Ursache-Wirkungsdenken nicht mehr um die Runden kommen?
Die Antwort ist gar nicht so kompliziert hat aber mit einem Luxus zu tun, den wir uns in der alltäglichen operativen Hektik nicht so gerne nehmen: Zeit. Der schweizer Projektmanagement-Vordenker Peter Addor empfiehlt in seinem Buch “Projektdynamik” sich zumindest einmal wöchentlich genug Zeit zu nehmen und darüber nachzudenken, ob das Projekt noch in Balance ist. Also für die Zukunft: Wochentag auswählen, Zeit reservieren und nachdenken!

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