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Co-Creation und das Ende der Netzwerke

Artikel vom 24. April 2015

Social Media haben die Welt ziemlich flach gemacht, sie haben Menschen miteinander verknüpft und Netzwerke über den Globus gespannt. Nicht nur im Digitalen wurde in den letzten Jahren fleißig vernetzt. Auch in der “realen Welt” schien das Netzwerk ein Garant für die Lösung fast aller Probleme zu sein. Unzählige Zusammenschlüssel wurden initiiert. Oft ist das viel Blabla um recht wenig Wirkung geworden.

Ich hab den Eindruck, dass wir langsam das Ende der trivialen Netzwerke erreicht haben. Hier meine drei Lieblingsnetzwerks-Typen und ein persönlicher  Ausblick auf das Neue.

Konkurrenznetzwerk

“Hol deine KonkurrentInnen einfach in ein Netzwerk, dann hast du sie unter Kontrolle”. Das ist das Credo dieses weit verbreiteten Netzwerk-Typus. Egal ob als BeraterInnennetzwerk oder Anbieternetzwerk getarnt, es geht darum, die Konkurrenz im Blickfeld zu haben und möglichst viele Vorteile daraus zu generieren. Ist die Konkurrenz unter Kontrolle, der Vorteil abgeholt, dann löst sich dieses Netzwerk meist auch wieder schnell auf.

Unwissensnetzwerk

Was tun, wenn der eine oder andere Know-how-Puzzlestein fehlt? Richtig, ein Netzwerk gründen, ein Unwissensnetzwerk. Es ist vor allem dann fantastisch, wenn das Know-how der Beteiligten recht einseitig verteilt ist. Deshalb zusammen schließen. Nun braucht man nur noch recht ungeniert das vorhandene Wissen abzuzapfen, dabei ein wenig lächeln und dann wie Phönix aus der Asche mit neuem Wissen und eigenen Angeboten auftauchen.

Jammernetzwerk

Wenn die Welt immer komplexer und unberechenbarer wird hilft wiederum ein Netzwerk oft gut, um zumindest gemeinsam zu bejammern, was denn alles grad so schief läuft. Ein böser Außenfeind eint und schweißt zusammen und damit hat man viel Gesprächsstoff gefunden. Mehr braucht es nicht. Das Netzwerk hält und überdauert die nächsten Jahre.

Co-Creation

Doch was kommt nach den vielen oberflächlichen Netzwerken? Es braucht neue Netzwerke mit wirklicher Qualität und hohem Mehrwert, lebendige und vertrauensbasierte Co-Creation-Communities. Diese Netzwerke bauen auf andere Fundamente: Vertrauen, neue Formate der Zusammenarbeit auf Augenhöhe und Verbindlichkeiten, die weit über einen losen Netzwerkgedanken hinaus gehen. Es braucht kleine kraftvolle Umsetzungsverbünde die wirklichen Mehrwert für alle Beteiligten stiften und Co-Creation-Netzwerke, die ein gemeinsames Eintauchen in die Wirklichkeit und Zukunft ermöglichen. Basis dafür ist eine neue Co-Creation-Kultur, eine vertrauensvolle Nutzung der unterschiedlichen Zugänge und Beurteilungen und das gemeinsame Einlassen auf Entwicklungsprozesse.

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