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Ende des klassisches Projektmanagement?

Artikel vom 19. Januar 2010

Es ist in vielen Bereichen spürbar: Die bisher meist ganz brauchbaren und bewährten Methoden und Denkmodelle des Projektmanagement scheinen immer häufiger zu versagen, zumindest wird uns das momentan stärker bewusst. Viele Methoden und Tools werden so in der Projektpraxis oft zum Selbstzweck und nur deshalb durchgeführt, weil es das Projekthandbuch so vorschlägt. Das sind dann die schönen und farblich designten Excel-Tabellen, die bereits bei der Einreichung eines Projektes ihre Gültigkeit und damit ihre Sinnhaftigkeit verloren haben.
Das alles hat natürlich Gründe, die wahrscheinlich gar nicht so neu sind, wie wir denken. Viele Dinge lassen sich nicht mehr so genau vorplanen, wie wir das bisher gewohnt waren. Das hat viel mit gesellschaftlichen Entwicklungen und Unternehmenskulturen zu tun: Moden, kurzfristiges Trend-Denken, operative Hektik, eine neue Arbeitsgeneration mit flexibleren Vorstellungen, Stakeholder, die über Nacht ihre Meinungen ändern und Budgets umbauen, Einbindung in internationale und gesellschaftliche Welten, Technologisierung und Informationsüberflutung. 

Neues Planungsverständnis

Und was heißt das jetzt für unsere Projekte? Mit einer allgemeinen Feststellung nach dem Motto: “Die Welt um uns herum hat sich in den letzten Jahren gehörig verändert.”, ist noch nicht viel getan. Projektmanagement muss sich weiter entwicklen, das sieht auch Jürgen Rohr so. In seinem Blogbeitrag Grenzen des klassischen Projektmanagements, sieht er vor allem das Planungsverständnis als Schlüsselbereich und skizziert Eckpunkte für neue Planungszugänge:

(1) Einbindung aller am Gegenstand Beteiligten in die Planungsprozesse. 

(2) Mögliche Nähe der Planung zur Ausführung.

(3) Bewusste Wahrnehmung unbewusster Komponenten.

(4) Betrachtung der Planung als ganzheitlichen Prozess.

Projektpraxis

Für die Projektpraxis bedeutet das, dass man sich  von dem Planungsstress lösen kann. Nicht alles ist immer planbar, vieles erfordert auch den Mut zu einer agileren Betrachtung. Vieles kann mit einem agileren Verständnis und den passenden neuen Zugängen und Methoden entschärft werden. Damit ist klassisches Projektmanagement (sofern das überhaupt irgendwo existent war) nicht obsolet geworden. Vielmehr gilt der Grundsatz: Dort gut planen, wo das Sinn stiftet und möglich ist. Dort agilere Zugänge, wo Planung nur zum Selbstzweck wird und nur mehr als Beschäftigungstherapie und Beruhigung des Projektteams dient.

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