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Design Thinking-Safari

Artikel vom 23. Juli 2014

Seit längerer Zeit beschäftige ich mit Design Thinking. Ich versuche auszuloten, wo und wie Elemente integrierbar sind. Für mich ist Design Thinking nicht nur eine spannende Ergänzung klassischer Methoden sondern vor allem auch eine neue Denkkultur und Herangehensweise in Unternehmen, Vereinen und Kommunen.

Im Zuge des Projekts Design Thinking-Safari haben wir uns in einem kleinen Projektteam damit beschäftigt, wie die Methode im Feld Social Innovation eingesetzt werden kann. Der Impuls dazu kam von Remko Berkhout, der Social Innovation-Safaris bereits in unterschiedlichen Settings umgesetzt hat. Wir testeten eine 24-Stunden Design-Thinking-Safari in Judenburg und nutzten sie, um die Methode weiter zu entwickeln.

Als Basis und Arbeitslabor diente ein leerstehendes Bürogebäude mitten am Hauptplatz. Dieses Sichtbarwerden vor Ort war der erste wichtige Schritt. Wir sind im Schnellverfahren den klassischen Design Thinking-Prozess durchgegangen. Hier die einzelnen Schritte und unsere zentralen Erkenntnisse:

(1) Problembereiche eingrenzen und offene Fragen formulieren
Es wurde am Anfang des Prozesses schnell klar, dass man sehr genau darauf schauen muss, was die eigentliche Frage und Problemstellung ist: Was ist der große thematische Rahmen? Um welche Themen geht es?
An dieser Stelle gilt es eine gemeinsame Sicht auf die Problemstellung zu entwickeln und möglichst ergebnisoffene Fragen zu stellen.

(2) Raus ins Feld, mit Menschen reden, Recherchen einholen und die Welt verstehen
Im nächsten Schritt ging es darum, den Schreibtisch zu verlassen und sich ein Bild von der Welt und den Problemen und Fragen zu machen. Wir haben mit Leuten aus der Stadt geredet, haben gezielt Menschen aufgesucht, die mit unseren Themen und Fragestellungen verbunden sind. Wir haben Menschen zu einem Interview in unser Labor eingeladen. Wenn man genau zuhört, entwickelt man eine Ahnung davon, was Menschen bewegt und was sie wirklich brauchen.

(3) Gemeinsame Sicht der Ausgangslage und Verdichtung des Themas
Nach der vertiefenden Recherche ging es darum, die Ergebnisse gemeinsam zu verdichten, die Eindrücke zu teilen und dass Thema noch mal gemeinsam auf den Punkt zu bringen und die eigentliche Herausforderung klar zu formulieren. Hier wird deutlich, was der eigentliche Kern der Ausgangslage ist und wo Ansatzpunkte für Lösungen zu finden sind.

(4) Ideenfindung, möglichst breit und kreativ
Dann gings in die Ideenfindung. Zugegeben, es war bis zu diesem Zeitpunkt nicht einfach, die Ideen in Zaum zu halten, einige davon sind uns schon vorher entglitten. In dieser Phase geht es vor allem darum, Ideen nicht vorschnell zu bewerten, mit Kritik vorsichtig zu sein und verschlungene neue Pfade zu entdecken. 

(5) Prototypen bauen
Die Ideen wurden bewertet und die geeignetsten davon werden in Form von Prototypen umgesetzt. D.h., sie werden skizziert, als Prototyp mit Lego gebaut oder szenisch dargestellt. Das alles dient der klareren Sicht auf die Lösung und soll neue Ideen anregen.

(6) Prototypen testen und Feedback einholen
Hier ging uns dann die Zeit aus, aber der nächste Schritt wäre gewesen, unsere Prototypen zu schnappen und wieder ins Feld zu gehen. Menschen und NutzerInnen zu befragen, Feedback einzuholen und so die bestmögliche Lösung zu finden.

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